Menstruationszyklus und Gewicht

In der Regel treten Heißhungerattacken sowie eine Gewichtszunahme eine bis zwei Wochen vor dem Einsetzen der Menstruation auf. Aber werden diese Symptome wissenschaftlich gestützt, und wie beeinflussen sie den Erfolg beim Abnehmen?
Menstruationszyklus und Gewicht
Selbst wenn es während des Menstruationszyklus zu geringfügigen Veränderungen beim Stoffwechsel, bei der Nahrungsaufnahme und beim Appetit, sowie zur Flüssigkeitsretention kommen kann, wirkt sich dieser Zyklus nicht auf den Erfolg bei der Gewichtsabnahme aus.
Nahrungsaufnahme und Stoffwechsel
Auch wenn es populär ist, von „Heißhunger“ zu sprechen, haben Forschungen ergeben, dass es während des Menstruationszyklus nur zu geringfügigen Schwankungen bei der Nahrungsaufnahme kommt. Die meisten Studien haben ergeben, dass in den Tagen vor dem Einsetzen der Blutung etwa 100 bis 200 Kalorien mehr verzehrt werden,i,ii dies scheint jedoch durch eine geringfügig gesteigerte Stoffwechselaktivität (ca. 5 bis 10 %)iii während des gleichen Zeitraums wieder aufgewogen zu werden. Mit anderen Worten, der Körper tendiert dazu, die Kalorienaufnahme und -verarbeitung selbst zu regeln. Daher nimmt man in einem Zustand des stabilen Gewichts nicht zu. Wird allerdings durch Einhalten eines Ernährungsplans mit eingeschränkter Kalorienaufnahme aktiv eine Gewichtsabnahme angestrebt, wäre das wahrscheinliche Ergebnis sogar eine geringfügig stärkere Gewichtsabnahme. Da der Stoffwechsel in dieser Zeit gesteigert ist und die gewohnte höhere Kalorienaufnahme ausbleibt. Allerdings könnte es aufgrund des stärkeren Appetits während dieser Zeit auch etwas schwieriger sein, den Ernährungsplan einzuhalten.

Heißhungerattacken
Es ist zwar oft von Heißhungerattacken zu bestimmten Zeiten des Menstruationszyklus die Rede, wissenschaftliche Beweise hierfür gibt es jedoch kaum. Einige kleinere Studien lassen vermuten, dass insbesondere mit dem Heißhunger auf Süßigkeiten mit hohem Kohlenhydratgehalt ein gewisser Zusammenhang besteht.iv,v Diese Studien zeigen auch, dass diese Heißhungerattacken bei Frauen, die unter prämenstruellem Syndrom leiden, häufiger vorkommen und sich parallel zu den Symptomen verschlimmern.vi Um diese Heißhungerattacken wirklich zu verstehen, sind eingehendere Forschungen erforderlich, aber die gute Nachricht ist, dass sie sich nicht in Form extrem verstärkter Kalorienaufnahme und nachfolgender Gewichtszunahme zu äußern scheinen.

Flüssigkeitsretention
Der wahrscheinlichste Grund für eine Gewichtszunahme liegt in der Flüssigkeitsretention. Dies ist ein verbreitetes Symptom, das besonders entmutigend sein kann, wenn man einen strukturierten Ernährungsplan einhält,vii dessen ungeachtet ist die eventuelle Gewichtszunahme während der Menstruation zumeist nur geringfügig und vorübergehend. Außerdem lässt sich die Flüssigkeitsretention durch kleinere Ernährungsumstellungen vermindern, indem z. B. der Salzverzehr reduziert und mehr getrunken wird.

Fazit:
Stärkere Ernährungs- und Gewichtsschwankungen während bestimmter Phasen des Menstruationszyklus sind zwar eine verbreitete Wahrnehmung, Studien haben aber ergeben, dass diese Veränderungen nur geringfügig und vorübergehend sind und den Erfolg beim Abnehmen nicht beeinträchtigen.


Fußnoten:

i Buffenstein R et al. Food intake and the menstrual cycle: a retrospective analysis, with implications for appetite research. Physiol Behav. 1995 Dec;58(6):1067-77.

ii Johnson WG et al. Energy regulation over the menstrual cycle. Physiol Behav. 1994 Sep;56(3):523-27.

iii Bisdee JT et al. Changes in energy expenditure during the menstrual cycle. Br J Nutr. 1989 Mar;61(2):187-99.

iv Dye L & Blundell JE. Menstrual cycle and appetite control: implications for weight regulation. Human Reprod. 1997 June;12(6):1142-51.

v Bryant M et al. Modest changes in dietary intake across the menstrual cycle: implications for food intake research. Br J Nutr. 2006 Nov;96(5):888-94.

vi Both-Orthman et al. Menstrual cycle phase-related changes in appetite in patients with premenstrual syndrome and in control subjects. Am J Psychiatry. 1988 May;145(5):628-31.

vii Ross C, Coleman G & Stojanovska C. Prospectively reported symptom change across the menstrual cycle in users and non-users of oral contraceptives. J Psychosom Obstet Gynaecol. 2003 Mar;24(1):15-29.

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