Leptin, Ghrelin, Kortisol und Körpergewicht

Dieser Beitrag bietet einen Überblick über Leptin, Ghrelin und Kortisol, die drei der mit dem Körpergewicht und gewichtsbezogenem Verhalten zusammenhängenden Hormone, die am häufigsten erwähnt werden.
Es gibt buchstäblich Hunderte von Hormonen und Neuropeptiden (d.h. chemischen Signale, die Informationen weiterleiten), die an der Gewichtsregulation und an gewichtsbezogenen Vorgängen wie Hunger und Sättigung beteiligt sind. Dieser Beitrag bietet einen Überblick über drei der am häufigsten erwähnten.
Leptin
Leptin ist ein Hormon, das in den Fettzellen gebildet wird. Es spielt eine Rolle bei der Regulation des Körpergewichts, indem es dem Gehirn signalisiert, dass es den Appetit vermindern und mehr Kalorien verbrennen soll. Einige Studien zeigen, dass der Leptin-Spiegel bei einer Gewichtsreduktion deutlich abnehmen kann, wodurch wiederum der Appetit zunehmen kann.1 Allerdings muss diese Beobachtung noch durch umfangreichere Untersuchungen bestätigt werden.

Es überrascht, dass Fettleibigkeit mit ungewöhnlich hohen Konzentrationen an Leptin verbunden ist. Es gibt Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass diese anhaltend hohen Konzentrationen den Leptin-Rezeptor inaktivieren und damit genau den Mechanismus, der übermäßiges Fett eliminieren sollte, beeinträchtigen.2 Mit anderen Worten: Es wird zwar viel Leptin gebildet, aber dieses Leptin kann seine Wirkung nicht richtig entfalten.

Ghrelin
Ghrelin ist ein Hormon, das vom Magen freigesetzt wird und den Hunger verstärkt, den Stoffwechsel verlangsamen und das Fettverbrennungsvermögen des Körpers einschränken kann.1 Während einer Gewichtsreduktion zeigten Studien, dass einige Personen, die ihr Körpergewicht reduzierten und versuchten, nicht wieder zuzunehmen, mehr Ghrelin bildeten, als sie vor der Gewichtsreduktion gebildet hatten.

Ghrelin scheint in ähnlicher Weise wie Leptin bei überhöhtem Körpergewicht anders zu wirken. In einer Studie, die die Ghrelin-Konzentrationen untersuchte, stellten die Wissenschaftler die Hypothese auf, dass fettleibige Personen zu viel Ghrelin bilden. Unerwarteterweise zeigte sich, dass diese weniger Ghrelin im Blut aufwiesen als Normalgewichtige.3 Eine mögliche Erklärung für diese Beobachtung ist, dass ein überhöhtes Körpergewicht die Empfindlichkeit für Ghrelin steigern könnte. Zum Beispiel könnten mehr Rezeptoren für das Hormon vorhanden sein, so dass geringere Mengen benötigt werden, um Hunger auszulösen. Auch hier sind weitere Untersuchungen notwendig, bevor endgültige Schlussfolgerungen zu den Auswirkungen von Ghrelin gezogen werden können.

Kortisol
Kortisol ist ein Steroid-Hormon, das von den Nebennieren gebildet wird und dessen Spiegel im Rahmen der Reaktion des Körpers auf Stress ansteigt. Studien deuten darauf hin, dass Kortisol entweder nur eine geringe Rolle spielt, oder sogar gar nichts mit der Verteilung des Körperfetts und dem Körpergewicht zu tun hat. Außerdem konnte keine Studie nachweisen, dass die Einnahme von kortisolunterdrückenden Mitteln in Bezug auf eine Gewichtsreduktion Vorteile bringt.

Fazit:
Auch wenn einige wissenschaftliche Untersuchungen auf einen Zusammenhang zwischen Leptin, Ghrelin, Kortisol und dem Körpergewicht hinweisen, ist es wichtig zu verstehen, dass der menschliche Körper ein komplexes Hormonsystem besitzt und zwischen diesen Hormonen zahlreiche unterschiedliche Wechselwirkungen bestehen. Aus diesem Grund ist die Beziehung zwischen diesen Hormonen und dem Körpergewicht wahrscheinlich keine direkte, sondern eher Teil einer Kette von physiologischen Prozessen. Darüber hinaus gibt es derzeit nicht genügend handfeste Belege, um endgültige Schlussfolgerungen ziehen zu können.

Fußnoten:

1 De Vriese C, Perret J, Delporte C. Focus on the short- and long-term effects of ghrelin on energy homeostasis. Nutrition. 2010 Jun;26(6):579-84.

2 Attie AD, Scherer PE. Adipocyte metabolism and obesity. J Lipid Res. 2009 Apr;50 Suppl:S395-9.

3 Zhang N, Yuan c, Li Z, Li J, Li X, Li C, Li R, Wang SR. Meta-analysis of the relationship between obestatin and ghrelin levels and the ghrelin/obestatin ratio with respect to obesity. Am J Med Sci. 2011 Jan;341(1):48-55.

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